Es liegt zudem etwas Kulturelles in der Art und Weise, wie diese kleine Menge angeboten wird. Das kleine Glas ist nicht nur ein kleinerer Behälter. Es ist im Laufe der Zeit zu einem Signal geworden: Das Abendessen ist vorbei, aber es ist noch nicht der Moment, um gemeinsam aufzustehen. Es kommt dieser kleine Schluck, der zwei Momente voneinander trennt. Auf der einen Seite steht der Tisch mit seinen Tellern, seinen Gläsern und dem Rhythmus der Mahlzeit. Auf der anderen Seite steht das, was danach kommt: ein Gespräch, das weitergeht, ein Kaffee, ein Sesselsitz, vielleicht eine Geschichte, die mit mehr Ruhe erzählt wird.
Und mittendrin steht genau dieses kleine Glas. Seine Größe vermittelt schon etwas, noch bevor man seinen Inhalt kostet. Sie sagt, dass Überfluss nicht nötig ist. Dass dies eine abschließende Geste ist, die man ohne Eile genießen sollte. Vielleicht besitzt das kleine Glas auch deshalb eine ganz besondere Eleganz. Es versucht nicht, Raum einzunehmen. Es reduziert ihn.